Aktienanleihen

Ausgegeben werden Aktienanleihen von Banken, mit einer festen Laufzeit und einem garantierten Zins pro Jahr. Die Papiere basieren auf einem Aktienwert und sind börsentäglich handelbar. Entscheidend ist das Vorgehen zum Laufzeitende: Abhängig davon, wie sich die zugrunde liegende Aktie entwickelt, erhalten Anleger den Nennbetrag ausgezahlt oder eine vorher vereinbarte Anzahl der Aktie in das Depot gebucht. Die Idee hinter den Aktienanleihen klingt erst einmal plausibel, ist für Investoren mit mehreren möglichen Szenarien aber ein Balanceakt.

Lukrativ wirken die Papiere aufgrund der hohen Verzinsung. Die Zinsen sind allerdings kein Garant für einen sicheren Gewinn. Denn fällt die Aktie zum Ausübungstag unter einem festgelegten Basispreis, bekommt der Anleihekäufer nicht sein eingesetztes Kapital, sondern Aktien. Die erhaltenen Zinsen decken dann oft den Kapitalverlust nicht ab. Und wenn die Aktie bis zum Ausübungstag, dem Bewertungsstichtag, kräftig zugelegt haben sollte, erhält der Anleger nur die vereinbarten Zinsen, nicht jedoch den Wertzuwachs der Aktie. Dann wäre im Nachhinein gesehen ein direktes Investieren in die Aktie der gescheitere Weg gewesen.

Bei einigen Angeboten wird zusätzlich ein Schutzwall errichtet. Dieses Polster wird als Protect bezeichnet und in Prozent angegeben. Bei einem Wert von 70 Prozent erhält der Käufer der Anleihe den vollen Nennbetrag erstattet, wenn die Aktie nicht unter 70 Prozent des Basiswerts fällt. Bei einem Basispreis von 100 Euro dürfte die Aktie am Bewertungsstichtag (Ausübungstag) also nicht unter 70 Euro notieren.

Mögliche Konstellationen bei einer Aktienanleihe zu 1.000 Euro:

Der Basispreis (Ausübungspreis) beträgt 100 Euro,

der Zins 8,0 % pro Jahr.

Die Rückzahlung nach zwölf Monaten erfolgt entweder bar zum Nennwert oder aber in Form von zehn Aktien.

  • Notiert die Aktie am Stichtag über dem Basispreis, erhält der Anleger den Nennbetrag plus Zinsen = 1.000 Euro + 80 Euro = 1.080 Euro.
  • Notiert die Aktie am Stichtag unter dem Basispreis bei 92,50 Euro, erhält der Anleger zehn Aktien plus Zinsen = 925 Euro + 80 Euro = 1.005 Euro.
  • Notiert die Aktie am Stichtag deutlich unter dem Basispreis bei 85 Euro, erhält der Anleger zehn Aktien plus Zinsen = 850 Euro + 80 Euro = 930 Euro.
  • Wurde ein Protect von 70 Prozent vereinbart, und steht die Aktie am Ausübungstag bei 72 Euro, erhält der Anleger den Nennbetrag plus Zinsen = 1.000 Euro + 80 = 1.080 Euro.

Das Beispiel belegt: Zünglein an der Waage ist die Verzinsung, die Verluste zumindest teilweise abfedert. Gut läuft es nur, wenn sich der Aktienkurs innerhalb eines Radius von Basiswert plus/minus Garantiezins bewegt. Darüber hinaus wäre die Aktie die bessere Wahl, darunter steht ein Verlust. Hinzu kommt, dass nie mehr Gewinn erzielt werden kann als die Zinsgutschrift.

Dieses Investment ist geeignet für Anleger, die von gleichbleibenden bzw. leicht steigenden Börsephasen ausgehen.