Credit-Spread

Jedem Investment liegt ein gewisses Risiko zugrunde. Dabei gilt gemeinhin: Je höher die mögliche Rendite, desto riskanter ist das Geschäft. Bemessen lässt sich dieses Risiko anhand des Credit-Spread. Er beziffert die Renditedifferenz unterschiedlicher Wertpapiere. Unterschiedlich heißt in diesem Fall, dass die Papiere verschiedene Kreditqualitäten aufweisen. Als Maßstab, um zum Beispiel den Credit-Spread einer Unternehmensanleihe zu ermitteln, dienen ausfallrisikolose Anleihen, etwa deutsche Bundesanleihen.

Die einfachste Formel zur Berechnung des Credit-Spreads lautet: Endfälligkeitsrendite der Unternehmensanleihe minus Endfälligkeitsrendite der Staatsanleihe. Diesen Renditeunterschied bezeichnet man dann als Credit-Spread. Er kompensiert das höhere Risiko, das der Anleger mit seiner Investition eingeht. Somit steht der Credit-Spread für einen Renditeaufschlag, der bei einem höheren Kreditrisiko respektive einer höheren Ausfallwahrscheinlichkeit erzielt werden kann. Angegeben wird der Credit-Spread in Basispunkten. 100 Basispunkte entsprechen einem Prozentpunkt.

Beispiel: Eine deutsche Bundesanleihe bringt 2,0 Prozent. Dieser Wert gilt als risikofreier Zinssatz. Darauf aufgeschlagen werden das Finanzierungsrisiko und die Risikoprämie mit insgesamt 1,5 Prozent, sodass sich für die Unternehmensanleihe eine Rendite von 3,5 Prozent ergibt. Der Credit-Spread: 350 minus 200 = 150 Basispunkte.

Für den Credit-Spread sind gleich mehrere Faktoren ausschlaggebend. Das betrifft den Referenzwert. Er darf keinerlei Ausfallrisiko aufweisen, muss aktiv auf dem Markt gehandelt werden und das gesamte Laufzeitspektrum abdecken. Die Risikoprämie auch als Renditeaufschlag bezeichnet, basiert hauptsächlich auf drei Aspekten:

  • dem Kreditrisiko, das sich aus den Ratings der großen Agenturen wie Moody‘s oder Standard & Poor‘s ergibt und die Bonität des Unternehmens widerspiegelt;
  • dem Spreadrisiko, das entsteht, wenn die Risikobereitschaft der Marktteilnehmer nachlässt, dadurch die Unternehmensanleihe an Wert verliert und gleichzeitig der Credit-Spread in die Höhe schießt; und
  • dem Liquiditätsrisiko, wenn die Papiere nur mit einem Abschlag wiederverkauft werden können.