High Yield

Frei übersetzt steht High Yield für eine hohe Ausbeute respektive eine hohe Rendite. Klingt gut, geht aber mit einem enormen Risiko einher. Denn sogenannte Hochzinsanleihen oder Junk Bonds werden von Unternehmen und Ländern ausgegeben, deren Rating Zweifel an einer ordnungsgemäßen Rückzahlung lässt. Bei niedriger Kreditwürdigkeit des Emittenten muss ein hoher Aufschlag (Spread) auf den marktüblichen Zins bezahlt werden. Dieser Spread kann mitunter bis zehn Prozent ausmachen und ist daher ein Gradmesser für das Risiko der Anleihe.

Anleger müssen sich allerdings bewusst sein, dass ein Investment in High Yield Papiere auch mit einem Totalverlust enden kann. Das ist immer dann der Fall, wenn der Herausgeber der Anleihe zahlungsunfähig wird. Läuft hingegen alles vereinbarungsgemäß, steht unterm Strich eine ordentliche Rendite. Das ändert jedoch nichts an der Tatsache, dass man sich auf einem sehr heißen Pflaster bewegt. Privaten Anlegern wird daher geraten, breit zu streuen. Einfacher, aber nicht weniger risikolos ist der Einstieg über einen High-Yield-Fond. Das Fondsmanagement sorgt für eine ausgewogene Mischung, wobei meist höherwertige Anleihen als Sicherheitsanker dienen.

Ab wann eine Anleihe dem Bereich High Yield zugeschrieben wird, richtet sich üblicherweise nach dem Rating namhafter Agenturen. Alles unterhalb von „tripple B“ – bei Standard & Poor´s (S&P) ab BBB und bei Moody´s ab Baa – gilt als Junk Bond. Differenziert wird nach Quality und Real Junk Bonds. „Bessere“ Papiere (im Sinne von weniger riskant) gehen mit einem BB oder B von S&P einher. Ab CCC und schlechter ist die Ausfallwahrscheinlichkeit bereits sehr groß. Warum Hochzinsanleihen begeben werden, liegt auf der Hand: Der Emittent hat anderweitig kaum mehr Chancen, sich Liquidität zu beschaffen und muss daher höhere Zinsen bezahlen. Es gibt allerdings auch Junk Bonds von Firmen, die einst gut aufgestellt waren und während der Anleihelaufzeit ins Trudeln gerieten. Sie bezeichnet man als „Falling Angels“. Unabhängig davon, wie es zum Junk Bond kam, drückt der Name Junk Bond – Müll-Anleihe –sehr viel Wahrheit aus.