Sekundärmarkt

Der Wertpapiermarkt gliedert sich in ein recht überschaubares Segment, den Primärmarkt, und das eigentliche Spielfeld, den Sekundärmarkt. Während der Primärmarkt nur den ersten Schritt eines Wertpapiers vom Emittenten Richtung Marktgeschehen umfasst und für die Erstausgabe von Anleihen und Aktien steht, geht es auf dem Sekundärmarkt deutlich turbulenter zu. Hier werden alle Papiere gehandelt, die bereits im Umlauf sind, und vom Kleinst- bis hin zum institutionellen Anleger erworben und verkauft werden können.

Ein Unterschied zwischen den beiden Märkten besteht darin, dass der Herausgeber der Papiere nur am Primärmarkt Geld oder vielmehr frisches Kapital erhält. Anschließend wechseln Aktien, Anleihen und anderen Wertpapiere im mehr oder weniger steten Wechsel den Besitzer und gehen von einem zum nächsten Investor. Abgewickelt wird dieser Handel in erster Linie über die Börsen. Sie stellen den wichtigsten Sekundärmarkt dar. Hinzu kommt der außerbörsliche Handel.

Für Privatanleger heißt das: Wenn sie in Wertpapiere investieren, bewegen sie sich sowohl im Primärmarkt (bei Kauf einer Neuemission) als auch im Sekundärmarkt – in der Regel allerdings nicht aktiv, sondern über ihre Hausbank bzw. den Broker. Der Auftrag, eine bestimmte Anzahl Aktien oder Anleihen zu kaufen, wird vom jeweiligen Institut angenommen und auf dem Sekundärmarkt abgewickelt. Dafür werden Gebühren berechnet, die sich nach dem Preisleistungsverzeichnis der Bank und nicht zuletzt auch nach dem gehandelten Papier richten. Diese Kosten müssen insbesondere bei kleineren Transaktionen berücksichtigt werden, da sie einen möglichen Gewinn spürbar schmälern können.

Ein zweiter Sekundärmarkt hat sich im Bereich der Lebensversicherungen entwickelt. Statt den Vertrag zu kündigen und einen nicht unerheblichen Teil des bislang angesparten Geldes zu verlieren, besteht über den Sekundärmarkt die Option, die Police zu verkaufen und einen höheren Erlös zu erzielen. Ob ein Vertrag angekauft wird, richtet sich nach mehreren Kriterien, unter anderem der Gesamt- und der bisherigen Laufzeit sowie der Verzinsung des Kapitals. Die Leistungen aus dem Vertrag werden auf den Käufer übertragen, wobei der Todesfallschutz üblicherweise – wenn auch in einem geringeren Umfang – erhalten bleibt.