Verschuldungsgrad

Der Verschuldungsgrad gibt prozentuell an, wieviel Fremdkapital auf eine Einheit Eigenkapital entfällt.

Mindestens zwei Kennzahlen sind erforderlich, um eine Aussage darüber treffen zu können, ob ein Schuldner seine Verbindlichkeiten problemlos tilgt oder ob es möglicherweise zu Zahlungsausfällen respektive Verzögerungen kommt: das Eigenkapital und das Fremdkapital. Setzt man diese beiden Werte in Relation – Fremdkapital geteilt durch Eigenkapital mal 100 Prozent – ergibt sich daraus der Verschuldungsgrad in Prozent.

Beispiel:

5,0 Mio. Euro Fremdkapital / 4,2 Mio. Euro Eigenkapital * 100 = 119,05 Prozent

Ideal ist ein Wert von unter 100 Prozent. Es signalisiert finanzielle Unabhängigkeit, weil mehr Eigen- als Fremdkapital in den Büchern steht. Sind es über 100 Prozent, gilt das jeweilige Unternehmen, die Gemeinde oder der Staat als verschuldet. Eine Faustregel aus der Praxis besagt, dass das Verhältnis von Fremd- zu Eigenkapital maximal bei 2:1 und der Verschuldungsgrad entsprechend unter 200 Prozent liegen sollte.

Das Ergebnis ist maßgeblich dafür, wie der Schuldner eingeschätzt wird, sowohl bei der Vergabe neuer Kredite als auch im Rahmen von Ratings. Denn als Schuldenkennzahl erlaubt der Verschuldungsgrad Gläubigern, sich ein klares Bild vom Kreditrisiko zu machen. Bei einem hohen Verschuldungsgrad drehen sie den Hahn zu, weil sie Probleme erwarten, oder heben den Zinssatz an, um sich Risiko entsprechend bezahlen zu lassen. Noch deutlicher wird die Rolle des Verschuldungsgrades bei Staaten: Je schlechter eine Nation finanziell aufgestellt ist, desto höhere Zinsen muss sie auf Staatsanleihen zahlen, um überhaupt liquide zu bleiben.