Wandelanleihe

Anlegern, die zwischen einem Investment in Aktien und festverzinslichen Wertpapieren schwanken, stehen mit Wandelanleihen alle Türen offen. Die sogenannten „Convertible Bonds“ bieten beides: Einen fest umrahmten Zins und die Option, die Papiere während der Laufzeit in ein Aktienpaket zu wandeln. Das Wirtschaftsblatt spricht daher von einer „Anlageform mit zwei Gesichtern“.

Die eine Seite der Medaille steht für Sicherheit in Form einer garantierten Verzinsung. Sowohl Zinssatz, Zinsturnus als auch der Anlagezeitraum sind klar definiert, bieten damit eine sichere, wenngleich geringe Rendite. Denn stellt man den Zins von Wandelanleihen denen anderer Anlageprodukte gegenüber, fällt er teils deutlich niedriger aus. Das liegt daran, dass Anleger neben dem Zins auch die Option erhalten, die Anleihe in Aktien zu tauschen, statt den Anlagebetrag am Ende der Laufzeit auszahlen zu lassen. In welchem Verhältnis die Anleihen in Unternehmensanteile gewandelt werden – sofern man sich dafür entscheidet –, legt der Emittent bei Ausgabe der Convertible Bonds fest.

Die andere Seite der Medaille spiegelt das Risiko dieser Anlageform wider, und zwar gleich in mehrerlei Hinsicht. Die Anleihen sind während der Laufzeit den üblichen Kursschwankungen der ihnen zugrunde liegende Aktie unterworfen. Sofern man sich nicht für den Tausch entscheidet und die Wandelanleihe bis zum Ende der Laufzeit im Depot hält, ist dieser Aspekt eher nebensächlich. Sobald aber der Schritt von der Anleihe hin zur Aktie vollzogen wird, kommt das volle Unternehmensrisiko zum Tragen und droht schlimmstenfalls ein Totalverlust. Da Anleger beim Balanceakt zwischen festem Zins und den Chancen am Aktienmarkt dem vollen Unternehmensrisiko unterliegen, gelten Wandelanleihen daher als riskantes Investment.

Convertible Bonds sind in der letzten Zeit am europäischen Markt auf großes Interesse gestoßen. Das Angebot an Wandelanleihen im deutschsprachige Raum, insbesondere im österreichische Markt, ist jedoch sehr bescheiden.