Hängt die Zypern-Krise mit der Griechenland-Krise zusammen?

Die Probleme in Zypern sind grundsätzlich hausgemacht. Durch eine bewusste Hochzinspolitik der örtlichen Banken und einer sehr liberalen Steuerpolitik der Regierung wurde viel Kapital aus dem Ausland (vornehmlich Russland – geschätzt werden zwischen 30 und 40 Mrd. Euro, aber auch aus England) in das Land transferiert. Und es wurde rund das 3 – 4 fache der Einlagezinsen von Österreich bezahlt.
Rund 40 % des Brutto-Inlands-Produktes in Zypern wurden aus dem Bankensektor erwirtschaftet. Die Bankbilanzen erreichten exorbitante Größen.
Die zypriotischen Banken mussten natürlich diese Zinsen durch Gegenveranlagungen verdienen. Dafür wurden Immobilienkredite vergeben, Staatsanleihen wurden gekauft.

Hier kommt nun Griechenland ins Spiel. Durch die historisch starke Verflechtung mit Griechenland wurden in großem Ausmaß auch mit Banken aus Griechenland Geschäfte gemacht aber auch griechische Staatsanleihen erworben.

Durch die Probleme in Griechenland kamen nun logischerweise die Banken in Zypern massiv unter Druck, weil die erwähnten Immobilienkredite und Staatsanleihen stark an Werthaltigkeit verloren. Hohe Abschreibungen waren die Folge.

Somit kann man durchaus sagen, dass die Entwicklung in Griechenland mit eine starke Ursache für die Banken- und Schuldenkriese in der Mittelmeerinsel Zypern ist – aber sicher nicht die alleinige.