Was bedeutet eigentlich der Begriff „Notierung“?

 

Notierung heißt, dass die Preise für Wertpapiere und Rohstoffe an der Börse festgelegt werden. Entscheidend ist der amtliche Charakter des Vorgangs, der Anlegern eine gewisse Rechtssicherheit bietet. Deshalb wird die Notierung auch als amtliche Notiz bezeichnet. Die Aufgabe, die Kurse anhand von Angebot und Nachfrage zu bestimmen, obliegt entweder dem Börsenvorstand oder einem amtlichen Kursmakler. Veröffentlicht werden die Daten aus dem öffentlichen Handel im amtlichen Kursblatt, an der Börse und zumeist auch in den Wirtschaftsteilen der Tageszeitungen.

 

Die gängigste Form der Kursfestsetzung – etwa bei Aktien, die einen regelmäßigen Umsatz aufweisen – ist die variable bzw. fortlaufende Notierung. Bei dieser Variante werden alle Transaktionen während der Börsenhandelszeit berücksichtigt und der Preis in regelmäßigen Zeitabständen angepasst. Die erste Notierung des Tages gilt als Anfangs- oder Eröffnungskurs, der letzte variable Preis als Schlusskurs.

 

Die andere Option ist der Kassakurs bzw. die Einheitskursnotierung. Hierzu werden im Laufe eines Tages alle Kauf- und Verkaufsaufträge notiert. Zu Börsenschluss wird der Kurs mittels der vorliegenden Daten berechnet, zu dem dann alle Aufträge des Tages abgewickelt werden. Unter bestimmten Umständen kann es dazu kommen, dass der Börsenvorstand die Notierung eines Wertpapiers aussetzt. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn bei einem börsennotierten Unternehmen ein Insolvenzverfahren ansteht, der Verdacht des Insiderhandels im Raum steht oder aber die Papiere völlig überzeichnet sind, was unter anderem bei Neuemissionen passiert.

 

Unterschieden werden muss darüber hinaus zwischen dem Stückkurs, dem Prozentkurs und der Mengennotierung. Beim Stückkurs erfolgt die Notierung als Preis pro Stück, wie es bei Aktien üblich ist. Das Gegenteil ist der Prozentkurs, der sich grundsätzlich auf den Nennwert eines Papiers bezieht und in Prozent angegeben wird. Im Devisengeschäft greift seit der Europäischen Währungsunion die Mengennotierung. Sie gibt an, wie viele Einheiten einer Währung für eine andere Währungseinheit bezahlt werden müssen, zum Beispiel 1,00 Euro für 1,40 US-Dollar.