Was genau versteht man eigentlich unter einem “Stresstest”?

Die Europäische Zentralbank (EZB) wird 2014 rund 130 Banken der Eurozone prüfen. Zuerst werden die Risiken in den Bilanzen analysiert: reicht die Liquidität? Wie hoch ist die Verschuldung und wie refinanziert sich die Bank? Danach wird geprüft, welche Kredite die Banken haben. Erstmals gibt es eine Definition, ab wann Kredite als „faul“ gelten: wird ein Kredit neunzig Tage nicht bedient, muss es als notleidend eingestuft werden.Dann wird beurteilt, ob ausreichend Rückstellungen gebildet wurden. Alle Banken müssen Eigenkapital in der Höhe von acht Prozent ihrer Bilanzrisiken haben. Erst dann folgt der eigentliche Stresstest. Dabei werden verschiedene Krisenszenarien durchgespielt: Börsencrash, Zinsschock oder tiefe Rezession. Die Ergebnisse übermitteln die Banken an die Österreichische Nationalbank. Bei Unstimmigkeiten werden Bankvertreter zu einem Gespräch geladen. Die Ergebnisse sollen im Oktober 2014 feststehen. Wie mit jenen Instituten verfahren werden soll, die den Test nicht bestehen, ist noch unklar. In Österreich sind die Erste Bank, Raiffeisen Zentralbank, ÖVAG, Bawag und die Raiffeisenlandesbanke Niederösterreich-Wien sowie die Raiffeiesen Landesbank Oberösterreich betroffen.