Was ist eine Kapitalerhöhung?

Unter einer Kapitalerhöhung versteht man grundsätzlich die Erhöhung des Grundkapitals einer Aktiengesellschaft durch Einzahlungen alter oder neuer Gesellschafter. Bei der üblichen Kapitalerhöhung durch Bareinzahlung kommt es aufgrund der Ausgabe von neuen Aktien zu einer Erhöhung des Grundkapitals.

Börsennotierte Unternehmen nutzen oft die Chance einer Kapitalerhöhung, um dadurch ihren unternehmerischen Spielraum zu erhöhen. Die Aufstockung des Grundkapitals führt zu einem Zufluss liquider Mittel, die den Firmen zur Finanzierung von Investitionsvorhaben zur Verfügung stehen und Wachstumschancen bieten.

Die Rolle des Aktionärs

Zu Beginn einer Kapitalerhöhung erhalten Aktionäre anteilsmäßig zu ihren bestehenden Aktien Bezugsrechte, deren Wert am Ex-Tag* vom aktuellen Kurs der Aktien abgeschlagen wird und auf ihre Wertpapierdepots eingebucht werden. Durch diese Bezugsrechte sind die Aktionäre berechtigt, in einem bestimmten Bezugsverhältnis neue Aktien zu einem im Vorhinein festgelegten Fixpreis zu beziehen. Durch das Bezugsrecht soll das prozentuale Verhältnis des Aktionärs am Grundkapital der Aktiengesellschaft erhalten bleiben.

Die Bezugsrechte werden, falls dies von der Aktiengesellschaft vorgesehen ist, in einem bestimmen Zeitrahmen an der Börse gehandelt. Durch diesen Börsenhandel ergeben sich für die Aktionäre verschiedene Möglichkeiten bei der Kapitalerhöhung:

1. durch Ausüben der Bezugsrechte neue Aktien zu beziehen
2. zusätzliche Bezugsrechte zu kaufen und auszuüben (nur bei Bezugsrechtshandel möglich!)
3. Bezugsrechte an der Börse zu verkaufen (nur bei Bezugsrechtshandel möglich!)

*Ex-Tag: Jener Tag an dem die Aktie ohne (Ex) Dividende bzw. ohne Bezugsrecht an der Börse gehandelt wird.